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Packerin mit Leib und Seele

Sie hat einen ungewöhnlichen Beruf mit noch ungewöhnlicheren Arbeitszeiten und ist aus dem Kuralltag der Allgäu Sonne nicht mehr wegzudenken.
Seit 20 Jahren ist Eleonore Perschl Kurpackerin in Oberstaufen und steht uns heute Rede und Antwort.

Schrothkur

Frau Perschl, als Packerin ist es Ihre Aufgabe die Schrothkurgäste der Allgäu Sonne frühmorgens in nasse Tücher zu packen. Da erlebt man im Lauf der Zeit sicher so manch lustige Geschichte?

Eleonore Perschl: Oh ja, ich könnte einige Geschichten erzählen! Neulich morgens nach dem Auspacken befragte mich ein 140-kg-Mann, den wir auf 120 kg reduziert haben, nach seiner Figur. Ich antwortete mit einem listigen Lachen, es gäbe schon noch was zu tun. Den Fluchtweg schon im Auge drehte ich mich um und sprang,was die Füße hergaben, davon. Er hinterher. Nackt, wie Gott in schuf,zur Haustüre raus, wo gerade unsere Zimmermädchen auf dem Weg zur Arbeit waren. Er hielt an, schaute verdutzt und machte dann Frühsport.Alle haben schallend gelacht.

Der Tag beginnt für einen Kurgast ja bereits gegen 4 Uhr morgens. Ihr Tag aber wohl noch eher? Wie sieht denn der Arbeitstag einer Kurpackerin aus?

Eleonore Perschl: Mein Wecker klingelt zwischen 2 und 3 Uhr morgens. Meine erste Aufgabe in der Allgäu Sonne ist dann den Tee und die Packwäsche für meine tägliche Runde vorzubereiten. Wenn ich im Zimmer ankomme, hat der Gast erst mal Zeit für seinen Frühstückstee. Währenddessen bereite ich das Bett für die Packung vor. Ja und dann gibt es leider kein Pardon mehr. Dann heißt es rein in das feuchte Vergnügen!

Warum müssen die Packungen so früh am Morgen gemacht werden? Und was passiert dabei im Körper?

Eleonore Perschl: Ab Mitternacht befindet sich der menschliche Körper in der Entschlackungsphase. Zwischen 3 und 6 Uhr entschlackt die Leber – neben der Haut und den Nieren unser wichtigstes Entgiftungsorgan. Durch die feuchte Wärme der Packung, in der der Gast 1,5 bis 2 Stunden ruht, lösen sich Ablagerungen an Zellwänden und Gelenken und werden im Zuge des Entschlackungsprozesses mit ausgeschieden. Die Packungen unterstützen also unsere natürliche Körperreinigung. Ganz nebenbei wirkt die feuchte Wärme wohltuend, entspannend und regenerierend.

Die Packungen sind also ein wichtiger Bestandteil der Schrothkur.

Eleonore Perschl: Auf jeden Fall! Und für uns Packer gelten – ähnlich wie für die Oberstaufener Schrothkurbetriebe – strenge Qualitätskontrollen.  

Vorgegeben vom Deutschen Schrothverband?

Eleonore Perschl: Ja. Im Rhythmus von zwei Jahren werden wir nach einem Punktesystem bewertet. Nur so können wir unsere Packerlizenz behalten. Bewertet wird dabei auch die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen wie Vorträgen, Schrothsymposien, Erste Hilfe Kursen oder anderen weiterbildenden Maßnahmen im Gesundheitswesen.

Ihr Fazit nach 20 Jahren als Kurpackerin?

Eleonore Perschl: Natürlich fällt es auch mir nicht immer leicht so früh zu starten. Aber ich habe auch nach so langer Zeit noch große Freude und viel Spaß bei meiner Arbeit. Die Betreuung der Gäste erfüllt mich. Und den Erfolg nach einer Kur zu erleben und zu wissen, dass ich mit meiner Arbeit dazu beigetragen habe, ist ein wirklich schönes Gefühl.

Wir danken für das Gespräch.

Eleonore Perschl ist seit 20 Jahren Kurpackerin, 7 Jahre Sprecherin der Packer in der Vorstandschaft des Schrothvereins e.V. Oberstaufen und 7 Jahre Ausbilderin.

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